Beiträge von Rotok Tano

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    Wolfsrudel
    Maj Rotok Tano
    Kommandierender Offizier
    Zeitindex: 131017 n.E.
    Geheimhaltungsstufe: Gelb


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    Sehr geehrtes Oberkommando der Streitkräfte,


    ich übersende Ihnen mit dieser Holomail das Logbuch des Einsatzes zu ZI 131017 n.E. der Einheit „Wolfsrudel“


    Anwesende Besatzung:
    [KO]Maj Tano
    [SC]FstLt Swann
    [2O|FS]OC Dowega
    [TR|AU]FSgt van Sinn
    [TR|SN]FSgt Sykes
    [FS]Cpl Zarzek
    [SAN]Priv Jeras



    Gastoffiziere:
    Keine


    Dark Jedis:
    Keine


    Auftrag: Neutralisierung von Colonel Wandan
    Systeme: Carna-Sektor - Ke`tal-System - Thobek
    Standort nach Beendigung der Mission: Carna-Sektor - Ke`tal-System - Thobek
    Imp. Kontakte: Soldaten der 1. IAF Division, „Wolfsrudel“-Regiment
    Neutrale Kontakte: Keine
    Feindkontakte: Widerständler
    Feindliche Verluste: ungenaue Anzahl Widerständler,
    Eigene Verluste: Keine


    Wichtige Missionsvorkommnisse:


    Ein Team des „Wolfsrudel“-Regiments wurde über einen Colonel des Militärs von Thobek informiert, der gegen die Absichten des Imperiums arbeitet indem er Ausrüstung stiehlt und Hinterhalte legen lässt. Nachdem das Versteck des Colonels ausgemacht wurde ist eine kleine Einheit unter First Lieutenant Swann entsendet worden um den Colonel zu neutralisieren. Nach der Landung an einem Hang direkt beim Haus, das als Versteck benutzt wurde hat sich First Lieutenant Swann mit seinen Fahrzeugspezialisten in zwei Gruppen geteilt. Die Spezialisten haben die Garage überfallen und dabei einen Kampfpanzer erbeutet, mit dem sie beträchtlichen Schaden außen angerichtet haben. Das zweite Team ist in das Haus über die Fenster eingedrungen und hat den Colonel in einem Gefecht vermutlich getötet. Der Kamfpanzer wurde im Laufe des Gefechts zerstört, aus der Garage zwei weitere Gleiter entwendet mit denen man die Flucht ergriffen hat. Es sind alle Teammitglieder zurück gekehrt, sie haben die vermeintliche Leiche mitgebracht. Wir analysieren sie um den Tod des Colonels zu bestätigen. Der Angriff wird zeitgleich als Finte dienen, damit das Militär von Thobek eigenständig aggressiv gegen den Widerstand vorgeht.


    Bei weiteren Erkenntnissen folgen weitere Holomails.
    Scans:
    ./.


    Einsatzbereitschaft
    Soldaten: 27 %
    Großgerät: 36%
    Munition: 27 %
    Verpflegung: 28 %


    Imposant, Ausgezeichnete, Fabelhaft - IAF


    Rotok Tano
    Major
    -[o]- --- > End of Transmission<--- -[o]-

    Hauptquartier der Eagleknights auf Rhommamool
    Beteiligte: varmur Lerun


    16:05 Uhr Planetenzeit, Krankenhaus auf dem Divisionsgelände, psychiatrische Abteilung



    Carida war ein Planet der etwa zwölf Minuten mehr hatte als Coruscant, aber wesentlich weniger Tage mit angenehmen Temperaturen obwohl Sport bei 40°C nicht unbedingt zu seinen Lieblingstätigkeiten gehörten. Die zwölf Minuten jedoch waren ein Segen. Für jede Aufgabe etwas mehr Zeit und nachdem man sich an den Trott gewöhnt hat, haben die Ausbilder die zwölf Minuten vernachlässigt, sich möglichst an den vierundzwanzig Stunden Tag von Coruscant gehalten. Das waren zwölf Minuten mehr Schlaf in der Kaserne, dankbar war man dafür, wenn man mit dem Schlafen ohnehin weit in den roten Zahlen war. Und das waren sie meistens. Mit anderen Zügen hatte er nie viel Kontakt, man hielt die Häftlinge für die rasche Grundausbildung fern vom Rest.. Nicht um sie zu fördern, sondern um den Rest keinen schlechten Einfluss zu geben. Es waren nur wenige Wochen, gesegnet mit viel körpericher Ertüchtigung wobei man sie allerdings auch geistig etwas weiter brachte. Varmur gab sich Mühe, viel Mühe und er hinkte nicht hinterher. Er lernte was man lernen musste, was ein Soldat können musste. Trotz seiner Vorstrafen fand er nach der Grundausbildung für ihn auf der Akte den Vermerk, dass man ihn zu den Sicherheitstruppen stecken würde. Er wollte Pilot werden, kein Fußtruppler, aber er hatte dafür weder die Schulbildung noch das einwandfreie Führungszeugnis. Er war eben ein Sträfling. Aber in die Navy versetzt zu werden empfand er damals als Lob. Nur er wusste nicht wie lange er das mitmachen würde, schließlich war auch unter den Rekruten bekannt, dass Carida zum Ziel des Brüderkriegs durch Loomis wurde. Heute ist er froh, dass man ihn abkommandiert hat als es plötzlich so weit war und er vorzeitig in den Dienst geschickt wurde. Andere seiner ehemaligen Kameraden wurden zur Verteidigugn da gelassen, sie haben den Tag des Angriffs nicht überlebt...
    Als die Tür sich leise öffnet und jemand in seine Zelle eintritt, wird Varmur, der am Fenster steht und stumm nach draußen sieht, zurück in das Hier und Jetzt geholt. Er dreht sich langsam um und spielt den Schweigenden als die Schwester mit ihm sprechen will, er hört ihr nichteinmal wirklich zu. Er soll Untersuchungen machen, Feststellungen, Fragen beantworten, mit Ärzten reden. Die Minuten, die Stunden die er mit den Ärzten verbringt anschließend kommen ihn wie eine Ewigkeit vor, er antwortet den Wenigsten und auf noch viel weniger Fragen. Aber er antwortete wahrheitsgemäß, auf Fragen, was er glaube warum er dort ist, warum er auf seine Kameraden gezielt hat, warum er sie des Verrats beschuldigt, warum er an diesem Einsatz nicht teilnehmen wollte, ob er sich tienstauglich fühle, er sich Genesung erhoffte, ob er nicht vielleicht selbst der Verräter wäre, wenn auch ausversehen. Das war der Moment wo Varmur die Beherrschung verlor..
    Nach der Ausbildung haben sie ihn auf ein experimentelles Schlachtschiff geschickt, einen Prototypen, der sich weitesgehend aus dem Bruderkrieg rausgehalten hatte. Man hört auf sich zu wundern darüber oder zu ärgern, wenn als kommandierender Offizier der Anführer des dunklen Ordens eingetragen ist. Lord Krason führte den Sternenzerstörer "Paladin", ein Schlachtschiff der Paladin-Klasse in einem Kampf gegen andere machtsensitive Wesen, von denen er als Sicherheitsoffizier zum Glück nie viel sah. Dennoch war der Kampf gegen die Truppen von ihnen eine Erfahrung gewesen, die ihn so werden liesen wie er war. Die Schlachten der Paladin bildeten ihn aus...
    Das nächste woran sich Varmur sicher erinnert ist, dass er in seinem Bett aufwacht mit einem schmerzenden Bluterguss in der rechten Seite und einem leicht schmerzenden Stich im linken Arm von einer Spritze. Woran er sich nicht mehr so sicher erinnert ist, dass er dem Arzt vermutlich sehr weh getan hat nach der Behauptung, Varmur könnte der Verräter sein. Dem Arzt und wenigstens zwei Sicherheitsoffizieren. Die Art von Blutergüssen kennt er, das ist das was bei raus kommt, wenn man einen Schockstab in die Seite gedrückt bekommt. Er starrt an die dunkle Decke, es war mitten in der Nacht.
    "Fünf Jahre.. und dann stirbst Du nicht einmal in einer Schlacht.." Murmelt er sich leise zu, dreht sich langsam auf die linke Seite und versucht zu schlafen.


    01:13 Uhr Planetenzeit, Krankenhaus auf dem Divisionsgelände, psychiatrische Abteilung

    Hauptquartier der "Eagleknights", Rhommamool
    Beteiligte: Varmur Lerun


    14:30


    Seine Gedanken hängen irgendwo in der Vergangenheit. Vor Tagen war bereits alles zusammen gebrochen, die Verräter waren für die Generäle keine Verräter. Er war plötzlich kein guter Soldat mehr, er war von Heute auf Morgen zum Fall für die Psychatrie erklärt worden. Vor Wochen war noch alles okay, bevor dieser Einsatz begann, bevor sie diesen IGD-Auftrag ausführen sollten. Zur Hölle, sie waren ein Raumlanderegiment..ausgebildet irgendwo zu landen, einen Brückenkopf zu errichten, eine Stellung zu halten, bis zum letzten Mann. Und dann so ein Einsatz. Doch seine jetzige Situation erinnerte ihn an seinen Anfang, vor Jahren...
    Er unterschrieb diesen Vertrag den ihm dieser kleine Rekrutierungsoffizier im Verhörraum vorgelegt hat. Ein Lieutenant der Flotte, der wohl auch lieber auf einem Schiff das Kommando hätte als mit Kriminellen zu reden, aber sie mussten es machen. Das Angebot war klar, der Vertrag eindeutig. Die Unterschrift beendete sein Leben in Gefangenschaft, gab ihm ein wenig Freiheit wieder. Was hat man schon zu verlieren, wenn man den Rest seines Lebens im Gefängnis rotten soll? Mord war kein Kavaliersdelikt, nicht wenn man ein ewig langes Vorstrafenregister mit sich bringt. An Menschen ohnehin nicht. Dem Imperium dienen, das war nicht schwer für Varmur. Er wollte es sowieso, hat nur ein wenig zu früh Mist gebaut. Er sollte dienen, dem Imperium und Imperator Desiderius, bis zum Tode oder zum Tag, wo ein schlauer Mann daher kommt und ihm sagt, dass er sich seine Gnade erkämpft hat, man bereit ist seine Schuld zu vergessen. Damals war es irgendein beliebiger Tag, damals wie heute war er sich sicher auch noch weiter zu kämpfen wenn er gekommen wäre. Damals war es ein Tag, von dem er nicht erwartet hatte, dass er ihn je erleben würde, dass er je lang genug leben würde um sich ein Kreuz von Coruscant zu verdienen...
    Langsam schließt Varmur seine Augen, legt den Kopf etwas in den Nacken und atmet kurz ein, versucht die Finger der Hände ineinander zu falten, aber die magnetischen Handgelenkfesseln verhindern, dass sie sich nah genug kommen, aber auch, dass er sie weiter entfernen könnte. Eine geringe, aber unüberbrückbare Distanz, sein eigener Wunsch, um nichts falsches zu tun, aber auch zum Schutz der Soldaten, die ihn begleiteten zu seiner nächsten Station. Die Tage hier auf Rhomamool waren kurz, aber die Luft war angenehm. Er lauscht dem leisen Surren des Motors des offenen Transporters mit dem sie ihm zum Krankenhaus fuhren, dort war die psychatrische Station drin. Zumindest würde er dort vorerst bleiben. Als er es nochmal versucht mit den Händen, schweifen seine Gedanken auch wieder ab...
    nach Carida, dieser Welt mit erhöhter Schwerkraft, der Ausbildungswelt. Die Schwerkraft war beim Verlassen des Transporters ungewohnt. Im Transporter saßen sie nebeneinander, Mann neben Mann neben Mann, kaum genug Platz um sich am Knie kratzen zu können, nicht genügend Platz und viel zu stickige Luft. Aber niemand begehrte auf, die bewaffneten Sicherheitsoffiziere waren mit den Schockstäben von der ersten Minute an eindeutig gewesen was mit Aufständlern passiert. Als sie den Transporter verliesen hatten sie ihre Handgelenkfesseln, gingen nach und nach raus, unter scharfen Augen von bewaffneten Soldaten. Ein großer Transporter mit Verbrechern, jeder einzelne für mindestens einen Mord verurteilt, jeder ohne Aussicht auf Bewährung, jeder mit einem ähnlichen psychologischen Profil. Alienhasser, treu ergeben zum Imperium trotz der Verbrechen und vorallem zu diesem Zeitpunkt mit einem aggressiven Potential, dass "nur gelenkt werden" muss. Es war nicht die Gefahr dass der Einzelne einen Aussetzer haben könnte, warum sie solche Maßnahmen trafen, es war die Tatsache, dass einer den Rest anstecken konnte und keiner von ihnen bewusstlose hinterlassen würde, wenn es schief geht. Ein Häftlingsaufstand war nur so lange eine reine Bedrohung, wie er keine Waffen hatte. Wenn sie Soldaten überwältigen würden, waren sie ein gefährlicher Aufstand. Doch auch Varmur begehrte nicht auf, keiner tat es. Der Dienst war der einzige Ausweg aus dem Gefängnis, der einzige Weg in einen halbwegs aufregenden Tod der nicht durch den Zellennachbarn verursacht wird. Varmur war an diesem Tag mehr aufgeregt als jemals zuvor, mehr aufgeregt als je später. Sie nahmen Daten auf, strichen ihre Aktenvermerke, so dass kein Makel an ihnen hing. Dann vergingen ein paar Tage, wo sie untersucht wurden, ihren Gruppen, Zügen zugeteilt, Tatoos entfernt und eingekleitet wurden. Am Ende einer Woche standen in seinem Zug sechzig Mann, von groß bis klein, jeder mit seiner Geschichte. Doch sie sahen alle fast gleich aus und ihre Akten wiesen alle denselben Eintrag auf: Ausbildung auf Carida. Sie sprachen nie wieder über ihre Vergangenheit...
    Und er würde es wohl auch nie einfach so tun. Der Transporter hält an und die wenigen Soldaten stehen auf, ehe auch er sich erhebt, die kleine Höhe überwindet und mit festen Beinen auf dem Boden steht. Von hier an ging alles schnell und einfach, seine einzigen Antworten lauteten "Jawohl", dann ging es weiter. Wenig später war er frei von seiner Uniform, eingekleidet in die Sachen eines Patienten, in einer kleinen Zelle mit allem was man brauch, Bett und Toilette, ein Fenster nach draußen. Er hatte sich nicht widersetzt, er hat es nie getan. Er dient dem Imperium, dem Imperator und seine Vorgesetzten sprachen sein Wort. Er war auf Befehl hier und einen Befehl verweigert man nicht. Sein letzter Blick auf ein Chrono an diesem Tag hat ihm den Zeitpunkt seiner Einweisung in diesen Teil seiner Karriere verraten: 14:37 Uhr.


    14:40 Planetenzeit, Krankenhaus des Divisionsgelände, Psychatrische Abteilung