Ort: Kantine, TSD Darkness
Charaktere: CPO Mijara „Aki“ Adams, CPO Olea Asterlake, Lt Aiden Blake
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Er schob das Pad neben das Tablett, löffelte die erste Gabel mit mechanischer Präzision und las weiter. Es war nicht die erste Nachricht dieser Art, aber sie traf wie immer einen Punkt, den er sonst sorgfältig umging. Diese Mischung aus Nähe und Erwartung, aus Schuld und Zuneigung. Seine eisblauen Augen – kühl wie Glas, aber nie leer – blieben einen Moment auf dem Display ruhen.
Dann bewegte sich etwas in seinem Blickfeld.
Zwei Frauen, klar im Schritt, ohne Zögern. Nicht die schüchterne Sorte. Nicht die üblichen Störenfriede mit überflüssigen Fragen oder fehlgeschlagenen Diagnosen. Ihre Körperhaltung sprach von Neugier – aber auch von Respekt.
Er hob den Blick, und sein Gesicht nahm sofort jene geschliffene Miene an, die man an ihm kannte: kontrolliert, selbstsicher, distanziert – und wenn man genauer hinsah, voller feiner Risse. Er musterte sie mit einem dieser Blicke, der mehr über den Betrachter aussagte als über die Beobachteten.
Keine Alarmsignale. Also setzte er das halb-ironische Lächeln auf, das ihm in den sozialen Kreisen einen Ruf eingebracht hatte, den er ebenso pflegte wie fürchtete.
„Petty Officers, aber keineswegs – warum sollte mich die Anwesenheit zweier so bezaubernder Damen stören?“ Seine Stimme war ruhig, fast schmeichelnd, doch jeder Ton saß wie ein präziser Schnitt.
Mit einer beiläufigen Bewegung speicherte er die angefangene Antwort an Marisella, schob das Pad in seine Uniformtasche und legte die Schultern zurück. Jetzt gehörte ihnen seine ungeteilte Aufmerksamkeit – zumindest die Fassade davon. „Gibt es etwas, das ich für die Damen tun kann?“
Ein kurzer Blick. Ein leichtes Heben einer Augenbraue. „Oder wollten Sie einfach herausfinden, ob die Geschichten über den beißenden Charme eines Lieutenant stimmen?“
Es war ein Scherz, ja – doch in seiner Art lag auch eine unausgesprochene Warnung: Wer sich zu ihm setzte, konnte sich schneiden. An Worten, an Schweigen – an der Vergangenheit, die ihm wie ein zweiter Schatten folgte.
Er beugte sich einen Hauch nach vorne. Der Ton blieb lässig, doch die Haltung war eine Einladung zur Herausforderung. Seine eisblauen Augen – jetzt klar und durchdringend – glitten über die Gesichter der beiden Frauen.
